Weiterbildungsangebot mit Dr. med. Ernst R. Langlotz, Psychiater, Systemtherapeut

SYSTEMISCHES AUTONOMIE-TRAINING®
SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION®
SELBST-INTEGRIERENDE TRAUMA-AUFSTELLUNG

DIE METHODE

Die Methode der Systemischen Selbst-Integration ist hervorragend geeignet, Verstrickungen des „Systems Individuum“ zu untersuchen und wirksame Lösungsstrategien zu entwickeln. Sobald man Repräsentanten für Selbstanteile aufstellen lässt, werden die zentralen Phänomene des weit verbreiteten Symbiosemusters deutlich:

  • Die Überanpassung an eine fremde Person,- zunächst die Bezugsperson – bis hin zur Verschmelzung und
  • die Abspaltung von den Selbstanteilen, die diese Verschmelzung beeinträchtigen würden.
  • Der dritte Aspekt – die Blockade der gesunden Aggression – wird beim „Abgrenzungsritual“ als innerer Widerstand spürbar und damit bewusst.

ZUR THEORIE

SYMBIOSE UND AUTONOMIE
Kinder neigen zunächst noch dazu, sich in den Räumen der Eltern zu bewegen, sich mit dem Selbst der Bezugspersonen zu identifizieren. Diese „gesunde Symbiose“ kann als Vorbereitung auf die eigene spätere Erwachsenenrolle verstanden werden.

In der Pubertät, mit der körperlichen und sexuellen Reifung, wird ihnen immer deutlicher, dass sie anders sind als ihre Eltern. Ihr Eigenes, ihr „Selbst“ wird ihnen immer wichtiger. Da sie im seelischen Raum der Eltern nicht mit ihrem eigenen Selbst verbunden sein können, ergibt sich die Notwendigkeit, den eigenen seelischen Raum in Besitz zu nehmen, indem sie ihn gegenüber den Eltern abgrenzen. Nur so können sie mit sich selbst identisch werden, kommen zu einer eigenen Orientierung, werden handlungsfähig, können selbstbestimmt leben, werden autonom.

Ablösung, der Übergang vom „Symbiosemodus“ zum „Autonomie-Modus“ geht also einher mit der Unterscheidung zwischen Eigenem und Fremdem, mit Differenzierung und Abgrenzung.

DER EIGENE SEELISCHE RAUM
In der Arbeit zeigt sich immer wieder, dass diese Ablösung erschwert oder unmöglich ist, wenn Klienten früh ganz bestimmte Beziehungskonstellationen erfahren haben:

  • Wenn ein Elternteil durch frühen Verlust von Angehörigen traumatisiert ist, versuchen Kinder unbewusst die fehlenden Personen zu ersetzen. Das hält sie im „fremden Raum“ fest.
  • Wenn der Kontakt zu einer wichtigen Bezugsperson früh abbricht – durch Trennung oder Tod – können sich Kinder nicht verabschieden: sie verbleiben im Raum dieser Bezugsperson, so als könnten sie nur so verhindern mit der Person auch das gemeinsam Erlebte zu verlieren.
  • Bei Erfahrung von Gewalt führt die „Identifikation mit dem Aggressor“ dazu, dass die Betroffenen in dessen Raum verbleiben.
  • Bei frühem Verlust eines Geschwisters – das man selbst vielleicht gar nicht kennen gelernt hat – bleiben die Betroffenen bisweilen im Raum, „im Totenschiff“ dieses verlorenen Geschwisters.

Die Betroffenen können nicht sicher zwischen dem Eigenen – dem „Selbst“ – und Fremden unterscheiden. Sie identifizieren sich mehr mit Fremden als mit dem Eigenen. Daher können sie sich auch nicht sicher gegenüber Fremden abgrenzen. Sie haben ihren eigenen seelischen Raum noch nicht vollständig in Besitz genommen. Die Betroffenen bleiben im „Symbiosemodus“, der Übergang in den „Autonomie-Modus“ ist blockiert.

ABGRENZUNGSVERBOT
Als zentrale Ursache des Symbiosemusters zeigt sich immer wieder ein früh gespeichertes, unbewusstes „Abgrenzungsverbot“.

Zum Beispiel können traumatisierte Bezugspersonen die Autonomie- und Abgrenzungsbewegungen des Kindes nicht wohlwollend begleiten, im Gegenteil, sie reagieren oft mit Rückzug („Liebesentzug“) oder Ablehnung. Da sie z.B. eigene traumatische Verluste noch nicht verarbeitet haben, neigen sie dazu, vom Kind das zu erhoffen, was sie selbst vermisst haben. Sie erwarten, dass sich das Kind nach ihren Bedürfnissen orientiert. Das Kind, angewiesen auf die Zuwendung der Bezugsperson, erlebt Rückzug oder Ablehnung der Bezugsperson als existenzielle Bedrohung. Die unbewusste Folge: es bewertet die eigenen Abgrenzungsbewegungen negativ, und speichert das in seinem emotionalen Gedächtnis. Das ist perfekte emotionale Konditionierung, doppelt wirksam, weil sie unbewusst wirkt. Die eigenen Autonomie-Impulse werden blockiert, noch bevor sie bewusst werden.

„FIXIERTE SYMBIOSE“
Bei allen Klienten sehe ich, dass durch dieses „Abgrenzungsverbot“ der Ablöseprozess beeinträchtigt ist, sodass die Betroffenen im Symbiosemuster stecken bleiben: „fixierte Symbiose“.
Anders gesagt: sie verbleiben in einem – oder mehreren – fremden Räumen.
Das hat Folgen.

Die Betroffenen

  • können nicht sicher zwischen Fremden und Eigenem („Selbst“) unterscheiden, sie übernehmen aus dem fremden Raum Gefühle. Einstellungen, Bewertungen und Schicksals-Elemente, so als seien es ihre eigenen,
  • können ihren eigenen Raum nicht in Besitz nehmen, indem sie ihn gegenüber anderen Räumen abgrenzen. Das hindert sie daran, sich mit ihrem Eigensten (Selbst) zu verbinden.
  • können ihre Aggression nicht auf gesunde Weise in der Abgrenzung einsetzen. Ihre unterdrückte, angestaute Aggression wird destruktiv, und richtet sich gegen sie selbst (seelisch, körperlich) oder gegen andere (Gewalt).

Das entspricht genau den bereits oben erwähnten Aspekten der Symbiose. Diese Aspekte bedingen sich gegenseitig, und verstärken sich im Sinne eines Teufelskreises. Das macht Symbiose zur Falle.
Das derart „fixierte Symbiosemuster“ ist die entscheidende Ursache für Beziehungsstörungen, psychische und psychosomatische Erkrankungen.

SYMBIOSEMUSTER ALS TRAUMAFOLGESTÖRUNG
Das Symbiosemuster entsteht durch traumatische Erfahrungen meist schon in früher Kindheit: körperliche und seelische Gewalt, früher Verlust oder Vernachlässigung. Daher kann das Symbiosemuster als Trauma-Folgestörung verstanden werden.

TRAUMATHERAPIE
Als Introjekt gespeicherte frühe Traumata wirken als Stressoren – da sie ja ich-fremd sind – und lösen seelische Kompensationsmechanismen aus, wie das Symbiosemuster, welches jedoch zusätzliche Probleme bringt.

Die neuere Hirnforschung (dargestellt bei Hensel1) hat gezeigt, dass das Gehirn bis ins hohe Alter lernfähig ist: Gedächtnis-Rekonsolidierung. Diese kann durch genau definierte Lösungsstrategien (z.B. durch den Algorithmus der SSI) so aktiviert werden, dass die gespeicherten traumatischen Erinnerungen gelöscht werden. Die seelische Selbstregulation nach der Entfernung des Trauma-Introjektes bewirkt dann, dass auch die Kompensationsmechanismen, z.B. das Symbiosemuster sich wieder zurück bildet. Das ermöglicht eine rasch und anhaltende Trauma-Kurz-Therapie: die

SELBST-INTEGRIERENDE TRAUMA-AUFSTELLUNG (SITA)

Mehr zum Thema Autonomie und Symbiose und zum Autonomie-Fragebogen unter www.e-r-langlotz.de und www.autonomie-training.de, und in meinem im Springer-Verlag erschienenen Buch: Symbiose in Systemaufstellungen. Mehr Autonomie durch Selbstintegration.

1Hensel,T. Stressorbasierte Psychotherapie 2017 Kohlhammer

AUSBILDUNGSANGEBOT

ZIELGRUPPE UND TEILNAHME-VORAUSSETZUNGEN

A Das Ausbildungsangebot „Systemisches Autonomie-Training“ (Module 1-5) umfasst die Klärung von privaten und beruflichen Beziehungen und das Lösen von Glaubenssätzen in Einzelsitzung – „systemisches Autonomie- und Resilienz-Training“ – und ist gedacht für alle, die bereits als Berater*in oder Coach im Berufsleben und in der Schule tätig sind.

B Das Ausbildungsangebot „Systemische Selbst-Integration“ (Module 6-10) setzt die Ausbildung A voraus und umfasst die Behandlung einfacher und komplexer Traumata. Quereinstieg ist möglich für Teilnehmer*innen mit einer an einem anderen Ort abgeschlossenen Ausbildung in Systemaufstellung.

C Das Ausbildungsangebot „Systemische Selbst-Integration“ (Module 1-10) umfasst A und B und richtet sich an Angehörige heilender, pädagogischer und sozialer Berufe: Ärzt*innen, Psycholog*innen und Heilpraktiker*innen, die das Symbiose-Konzept in ihre therapeutische Arbeit mit einbeziehen wollen.

TEILNAHME – VORAUSSETZUNGEN

  • Persönliches Vorgespräch und ein kurzer Lebenslauf mit ausgefülltem Autonomie-Fragebogen und Foto (1 DIN A 4- Seite).
  • Die Ausbildungskandidaten sollten ihr eigenes Symbiosemuster durch eine Aufstellung bei mir kennen gelernt und bereits größtenteils bearbeitet haben (das zeigt sich u.a. in Veränderungen des Autonomiefragebogens).

AUSBILDUNG

LEITUNG: Dr. med. Ernst Robert (Ero) Langlotz, Psychiater, Systemtherapeut.
ASSISTENZ: Dr. phil. Philipp (Phil) Kutzelmann, Lösungsfokussierte Beratung und Aufstellungsarbeit

Termine: 10 Module und unterteilt in 2 Teile à jeweils 5 Module (à 3 Tage jeweils Fr – So): Basisteil und Aufbauteil.
Seminarzeiten: Fr 10.00-18.00 Uhr, Sa 9.00-18.00 Uhr, So 9.00-17.00 Uhr,
Mittagspause von ca. 13.00-15.00 Uhr

Honorar: je Modul € 400,-
Die Weiterbildung ist von der MWSt befreit.
Das Honorar wird 1-2 Wochen vorher abgebucht.
Das Honorar ist auch dann fällig, wenn man am Modul nicht teilnimmt.
In besonderen Härtefällen jedoch kann auf Antrag das Honorar für ein nicht in Anspruch genommenes Modul reduziert werden.

Zwischen den Modulen gibt es Übungsgruppen, die von Dr. phil. Philipp Kutzelmann geleitet werden.
Aufwandsentschädigung pro Person und Tag: € 50,-

Die Ausbildung umfasst

  • die Teilnahme an den Modulen,
  • das gemeinsame Üben in Übungsgruppen (Leitung Dr. Kutzelmann)
  • die Hospitation bei Gruppenseminaren und Einzelberatungen mit Anfertigen von je zwei Aufstellungsprotokollen.

In den Modulen geht es um

  1. Vermittlung der Theorie: Autonomie und Symbiose, Aspekte der Autonomie/Symbiose, Autonomie-Fragebogen. Entstehungsbedingungen des Symbiosemusters. Lösungsstrategien.
  2. A-C: die Bearbeitung eigener Anliegen durch Aufstellung durch den Ausbilder. Der Klient verspürt die Wirkung am eigenen Leib. Und je mehr er seine eigene Autonomie entwickelt hat, desto besser kann er auch seine Klienten bei ihrem Prozess begleiten. Der Schutz einer ein – oder zwei-jährigen Gruppe bietet eine wertvolle Gelegenheit, eigene ungelöste Traumata zu bearbeiten.
  3. das schrittweise Einüben der Lösungsstrategien in kleinen Gruppen im Rahmen der Module.
  4. Verfassen von Protokollen von Aufstellungen.
  5. in den jeweils letzten beiden Modulen um das Leiten einer Aufstellung für das Anliegen einer Teilnehmer*in.
  6. Verfassen von zwei Berichte eines eigenen Behandlungsverlaufes – mit je einem Autonomie-Diagramm vor und nach der Behandlung:
    – Für A „Autonomietraining: je eine Behandlung zum Thema Konflikt in der Familie bzw. in der Arbeit/ in der Schule. 
    – Für B systemische Selbst-Integration: je zwei Behandlung zum Thema Beziehungsklärung bzw. Trauma.

Aufstellung eigener Anliegen
Ist in begrenztem Maße innerhalb der Ausbildungsmodule möglich. Darüber hinaus begrüsse ich es, wenn Teilnehmer*innen eigene Anliegen in Einzelterminen oder in Therapie-Seminaren bearbeitet.
Daher ist für Weiterbildungsteilnehmer das Honorar für Einzelsitzungen und Therapie-Seminare reduziert, sie zahlen die Hälfte des Honorars.

ZERTIFIKAT

Teilnehmer*innen der Ausbildungen A-C erhalten ein Zertifikat, das ihnen die Berechtigung bescheinigt,

  • selber Aufstellungen nach der erlernten Methode zu leiten und das die Erlaubnis gibt, 
  • das Zertifikat, das Logo und die geschützten Begriffe „systemisches Autonomie-Training®“ bzw. „systemische Selbst-Integration®“ auf der eigenen Homepage und in seiner Werbung zu verwenden.

THERAPEUTENLISTE

Um auf der Berater- und Therapeutenliste meiner Homepage aufgenommen zu werden, muss die Teilnehmer*in sich verpflichten, einmal jährlich an einer Supervision teilzunehmen oder an einem Therapieseminar zu hospitieren und eine Lizenzgebühr zahlen.

Lizenz Logo Systemische Selbst-Integration LanglotzMarkenschutz SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION®

Das Familienstellen ist in Verruf geraten, z. T. weil der Begriff nicht geschützt war. Daher scheint es mir erforderlich, den Begriff „SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION®“ zu schützen, um die Methode und ihre Anwender vor unprofessionellen Nachahmern zu schützen. Das hat seinen Preis. Die Weiterbildungsteilnehmer sind berechtigt, das Gelernte in eigener Verantwortung in ihrer eigenen Arbeit zu integrieren. Auf Antrag können Sie sich die Erlaubnis geben lassen, die Bezeichnung „SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION Dr. Langlotz®“ zu verwenden.