INSTITUT SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION LANGLOTZ-KUTZELMANN

Wo die Not am Grössten, ist das Rettende am nächsten.
Es gibt im Leben nur zwei Dinge zu tun: das Notwendige – und das Unmögliche
(Ibn Arabi 12. Jahrhundert – gefunden bei https://christl-lieben.com)

Liebe Freunde,
Liebe Kolleg*innen,

Es gibt gerade soviel von Menschen verursachtes Dunkles und Schweres – da ist es verständlich, dass viele unter uns Hoffnung und Zuversicht verlieren, und sich vielleicht sogar einen Planeten ohne Menschen wünschen.
Dagegen verstehe ich dies Schmerzliche als grosse Herausforderung, als Chance, aus unserer kollektiven Verwirrung aufzuwachen.
Ich habe in den letzten 3 Covid-Jahren gelernt, die Menschen zu lieben! Ich bin täglich überwältigt von der Liebe und der Kraft ganz fremder Menschen. Aus aller Welt wenden sie sich an mich, weil sie sich immer noch verwirrt fühlen. Manche – auch Therapeut*innen – haben zwar durch Jahrzehnte lange Therapien gelernt, ihr Verwirrung mental zu verstehen, aber nicht, sie zu lösen.

Wenn sie mir dann in einer Online-Sitzung gegenüber sitzen, nennen sie mir ihr Anliegen, wir suchen in ihrer Biografie nach einer belastende Erfahrung als möglicher Ursache. Das Aufstellungsbild zeigt ihnen, wie ihre Selbstverbindung durch das fehlgespeicherte Trauma und die dazugehörigen Bewältigungsstrategien (Selbst verleugnend oder Selbst überhöhend, „magisch-grandios“) blockiert wird.
Wenn sie so ihr eigenes „Stressprogramm“ erkennen, sind sie bereit es zu löschen. Sie entfernen das „ich-fremde Introjekt“ sodass ihre Mitte wieder frei wird für ihren Wesenskern, ihr wahres Selbst. Das eröffnet ihnen wieder die „Kanäle“ für die gesunde Aggression und für die wahre Liebe.

Für mich persönlich ist es ein unglaubliches Geschenk, in einem 1-2h dauernden Prozess immer wieder diese Transformation erleben zu dürfen. Zunächst fordere ich die Klient*in, die oft durch ihr Stessprogramm sichtlich niedergedrückt und erschöpft ist, zu UNTERSCHEIDEN. Wenn sie sich zu dieser Unterscheidung entschliesst, zwischen Eigenem – und Fremden, zwischen den eigenen GEFÜHLEN, ihrem eigenen BEDÜRFNIS nach Freiheit und Selbst-Bestimmung einerseits, und den damals übernommenen eigenen und fremden Belastungen, ihrem erworbenen, Trauma-bedingten STRESSPROGRAMM andrerseits. Dann erst kann sie mit Nachdruck auf der Ebene der Symbole ihr „kindlich-vitales“ Selbst befreien von der Last der damals übernommenen eigenen und fremden Problemen. Dabei erlebt sie selber im Abgrenzungsprozess zunächst das anerzogene Abgrenzungsverbot. Wenn sie heute bereit ist sich darüber hinweg zu setzen, und die gespeicherten „toxischen“ Trauma-Elemente aus ihrem Raum zu entfernen, dann spürt sie dabei ihre eigene vitale Kraft ganz neu, und die damit verbunden Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Unternehmensfreude. Besonders beeindruckt es mich, wenn die Betroffenen trotz ihrer Verwirrung erstaunlich genau die Stimmigkeit der Interventionen nachvollziehen und die damit unmittelbar verbundenen – auch körperlichen – Veränderungen beschreiben kann: die eigene Würde wieder zu spüren, sodass sie ihr Herz wieder öffnen können – aber auch die „Kanäle“, um ihre gesunde Wut an die „richtige Adresse“ zu bringen.
Diese wiederholte Erfahrung, dass in allen Menschen dies Potential schlummert, nur überdeckt durch das durch Traumen erworbene Stressprogramm, und dass dies Potential befreit werden kann, durch einen präzisen individuellen Lösungsprozess, ermöglicht einen neuen Blick auf die aktuelle Realität. Das kann Kräfte freisetzen für eine kollektive Transformation. Umsomehr, als dieser Lösungsprozess auch in Eigenregie durchgeführt werden kann.

Warum erzähle ich das Euch?
Ich bin davon überzeugt, dass diese Krisen den Sinn haben, uns wach zu rütteln, um uns zu erlauben, uns aus unserer Verwirrung zu befreien, um uns nach unserer eigenen Wahrnehmung, nach unseren eigenen existentiellen Bedürfnissen zu orientieren – statt in einem „vorauseilenden Gehorsam“ nach den Ansichten so genannter Autoritäten. Dann erst können wir auch unsere Wut „an die richtige Adressen“ richten, statt resigniert gegen uns selbst oder gegen Andere, die wir zu Unrecht für Schuldig halten. (Verschwörungstheorien)

Jeder der möchte kann sich selber aus den Verwirrungen seines „Stressprogramm“ mit seinen Wahrnehmungs-Verboten befreien. Dazu sucht er sich auf meinem YT-Kanal eine „passende Aufstellung“ und geht selber mit den Klötzchen-Symbolen durch den Prozess. Täglich bekomme ich Rückmeldungen, wie wirksam das in manchen Fällen sei kann.

Diese Befreiung der Wahrnehmung macht es möglich, die Realitäten deutlicher zu erkennen, im private Bereich, aber auch in der Politik.
Dann erkennen wir deutlicher die globale Verwirrung – aber auch Anzeichen einer beginnenden Transformation:
Wir erkennen wie bösartig und menschenverachtend Putin sein eigenes Volk desinformiert hat, um einen Vernichtungs-Krieg gegen das eigene Brudervolk zu führen.
Wie tapfer und unerschütterlich Selensky seit 10 Monaten seine Landsleute täglich informiert – Woher nimmt er seine Kraft?!
Wie viele Staaten – bisher verstritten – jetzt gemeinsam die Ukraine unterstützen.

Wir erkennen, wie auch die USA unter dem Vorwand, die Demokratie zu unterstützen, in fremden Ländern gewaltsam eingreift, um ihre eigenen Interessen zu vertreten (Ölgewinnung, Agrarindustrie inklusive Gentechnologie). Und wie sich immer mehr Völker dagegen wehren.

Wir erkennen, dass die Doktrin der Kirche die Botschaft Jesu verfälscht hat, um sich mit der weltlichen Macht verbünden zu können. Statt der Botschaft einer „Erbwürde“ („Ihr seid Gottes Kinder“) nun die „Erbsünde“. Nur so konnte der Kreuzestod des Rebellen Jesus umgedeutet werden in eine „Heilstat Gottes“, der seinen einzigen Sohn opferte, um die (angeblich) sündige Menschheit zu erlösen. Diese (angeblich) „frohe Botschaft“ vermittelte jedoch Schuldgefühle, mit der erwünschten Wirkung, dass die Betroffenen lernen, zu gehorchen, und „in Freuden zu dienen und zu leiden“. Um Jesus (dem Opferlamm) ähnlich zu werden. 90% unserer Vorfahren waren Leibeigene, die das Land nicht besitzen, sondern nur bewirtschaften durften, für die „Herren“: den Adel und den Klerus.
Das ist wohl die Ursache für den bereits erwähnten vorauseilenden „Autoritätsgehorsam“, den der Psychologe Milgram in seinen bekannten Versuchen bei 2/3 der Bevölkerung nachweisen – aber nicht erklären konnte.
Dass der Machtmissbrauch der Kirche – aber auch anderer autoritär strukturierter Institutionen – jetzt immer deutlicher wird, ist ein weiterer Hinweis auf eine unvermeidbare Transformation.

Wir erkennen, dass die Klima-Rebellen, denen das Verfassungsgericht das Recht zugestanden hatte, sich mit Gewalt-freien Mitteln für eine zukunftsorientierte Klimapolitik einzusetzen, von Gerichten bestraft und in Bayern sogar vorbeugend eingesperrt werden. Und das vor allem von DEN Politikern, die 30 Jahre lang bewusst die drohende Klima-Entwicklung geleugnet haben, und sich mehr nach den Konzernen und deren Lobbyisten orientiert haben.
Sollten nicht besser Angela Merkel – und ihre Minister – vor Gericht gestellt werden, wegen Verstoss gegen den von ihnen abgelegten Amtseid? Als Physikerin hatte Frau Merkel den nötigen Sachverstand. Sie liess sich als „Klima-Kanzlerin“ feiern. Aber in ihrer Regierungszeit wurde die bereits fortgeschrittene Entwicklung alternativer Energien sträflich zurück gefahren. Mit Rücksicht auf die kurzfristigen Interessen der fossilen Brennstoff- und Brennstoff-Motoren – Konzerne wurden Zukunftsperspektiven vernachlässigt. Zwar war das Know How für Solar- und Wind-Energie bei uns entwickelt worden. Aber das Wissen und die Produktion wanderte ab nach China, genauso die Produktion von Arzneimitteln.
Welche Signalwirkung für andere Politiker könnte das haben, wenn endlich einmal ein Politiker zur Rechenschaft gezogen würde wegen Verstoss gegen seinen Amtseid.

Sitzungs-Vorbereitung durch „Schattensegeln“

Da die Nachfrage nach Sitzungsterminen immer grösser wird, ich aber meine Arbeit reduzieren möchte, gehe ich jetzt dazu über, die Interessent*innen aufzufordern, selber ihr Autonomie-Diagramm zu erstellen, welches die Trauma-bedingten Einschränkungen ihrer Autonomie sichtbar macht, zwei bis drei „passende“ Aufstellungen nachzustellen (Schattensegeln) und
drei Wochen später etwaige Veränderungen zu notieren und die neuen Autonomie-Werte in das alte Diagramm einzusetzen.
Dann können sie selber sehen, ob diese Methode für sie geeignet ist, und gegebenenfalls sich mit diesen Werten für einen Termin anmelden.

Wieder den eigenen Sinnen trauen

Nach soviel schwerer Kost nun noch etwas Versöhnliches zum Abschluss.
Ein Bauer verliert seine Armbanduhr im Heu-Schuppen. Als er sie selber nicht findet, bittet er seine drei Kinder, danach zu suchen. Mit viel Geschrei und Tumult durchwühlen sie das Heu – vergeblich. Schon will er sich mit dem Verlust abfinden, da sagt das jüngste Kind, es möchte noch einmal nach Vaters Uhr suchen, aber alleine! Alle sind verwundert, als es nach einer halben Stunde zurück kommt, mit der Uhr!
„Wie war das möglich?“
„Ich war einfach ganz still und wartete, bis ich das Ticken der Uhr hörte – so habe ich sie gefunden!“

In diesem Sinne wünsche ich euch eine Zeit der Besinnung.
Herzlich grüsst euch
Ero Langlotz

(versendet: 25.12.2022)