INSTITUT SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION LANGLOTZ-KUTZELMANN
- Übernommene Perspektive, oder das Funktionale im Dysfunktionalen erkennen
- Aufstellungstag Selbstermächtigung durch Perspektivwechsel
Liebe Freunde,
liebe Kolleg*innen,
Heute vor 50 Jahren habe ich eine Praxis als Nervenarzt in München, Haydnstr. 7 übernommen. Mein Vorgänger hatte noch in dieser Praxis ambulant Elektrokrampftherapie bei Depressionen durchgeführt. Mir ist es gelungen, ein Therapieverfahren zu entwickeln, welches in der Lage ist, dem Klienten seine unbewusst gespeicherten Überlebensstrategien so bewusst zu machen, dass er sich heute davon befreien kann – ohne sich dafür abzuwerten, oder zu bedauern.
Heute früh habe ich bereits dies Jubileum dadurch gefeiert, dass ich einen Dialog mit KI zu diesem Thema führte! Hier das Ergebnis
Übernommene Perspektive
Ein Kind ist von seinen Eltern abhängig.
Es braucht sie für Schutz, Orientierung und Zuwendung. Dieses Machtgefälle bewirkt, dass es zunächst ihre Sicht auf die Welt übernimmt: „So ist die Welt. So muss ich mich verhalten.“ Das ist zunächst eine notwendige Anpassung.
Bei traumatisierten oder stark bedürftigen Eltern kann jedoch zusätzlich ein „Bedürfnisgefälle“ entstehen: Das Kind spürt nicht nur „Ich brauche meine Eltern“, sondern auch „Meine Eltern brauchen mich.“ Es orientiert sich deshalb zunehmend an deren Gefühlen, Erwartungen und Perspektiven. Aus der ursprünglichen Anpassung kann so eine übernommene Perspektive werden, die auch im Erwachsenenalter unbewusst wirksam bleibt.
Der Erwachsene weiß dann zwar: „Ich darf anders denken. Ich darf Nein sagen. Ich bin nicht für die Gefühle meiner Eltern verantwortlich.“ Emotional kann sich die Abgrenzung aber weiterhin falsch, gefährlich oder schuldig anfühlen.
das Funktionale im Dysfunktionalen erkennen
Hier gilt ein wichtiger systemischer Gedanke von Stavros Mentzos: Nicht zuerst fragen: „Warum macht der Mensch das immer noch?“ – sondern: „Wozu musste er das damals tun?“ Durch die Aufstellungsarbeit mit Symbolen kann ein Zugang zu den frühen, emotional gespeicherten Erfahrungen entstehen. Die damaligen Verletzungen werden wieder spürbar und das macht auch die Anpassungsreaktionen verständlich, die das Kind damals brauchte. Was heute dysfunktional erscheint, wird plötzlich als damalige kreative Lösung verständlich: „Ich war nicht schwach oder falsch. Ich habe mich damals so geschützt, wie ich es konnte.“
Diese Erkenntnis hat zwei wichtige Folgen:
Erstens nimmt die Selbstabwertung ab.
Zweitens kann die alte Anpassungsstrategie leichter losgelassen werden, weil ihre Funktion erkannt und gewürdigt wurde. Was damals eine notwendige Lösung war, kann heute keine Lösung mehr sein. Dadurch entsteht die Voraussetzung für etwas Neues: Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und den Mut zu einer eigenen Perspektive.
In einer Aufstellung macht sich der Klient diesen Wechsel symbolisch dadurch bewusst, dass er den übernommenen „Hut“ (blaues Dreieck) dem Besitzer zurück gibt und statt dessen seinen eigenen Hut (ein rotes oder gelbes Dreieck) „aufsetzt“. Die unmittelbar befreiende Wirkung spürt der Klient sofort. Manche spüren bei dieser „Neuprogrammierung“ ein merkwürdiges Gefühl im Kopf. Eine Klientin bezeichnete das sehr anschaulich als „Synapsen-Geschnacksel“.
Dieser Zustand ist „alternativlos“ (Kutzelmann). Und wie es meistens den Anschein hat auch unumkehrbar.
Wer keine eigene Perspektive entwickelt hat, neigt auch später dazu, sich nach der Perspektive des Gegenübers zu orientieren.
Nur mit einer eigenen Perspektive kann Selbstermächtigung gelingen.
Hier der YT-Beitrag zu diesem Thema https://youtu.be/D7Tksi1Ba7M
Aufstellungstag Selbst-Ermächtigung durch Perspektivwechsel
Themen und Links
Sieglinde „die Kollegin blockiert mich“- inklusive Kurzfassung Abschied vom Zwilling und von dessen Perspektive https://youtu.be/AsaCAa4zzBQ
Jeanine, Fühle mich nicht gesehen -Mutter, bzw. verstorbene Schwester- Perspektivwechsel https://youtu.be/4nf4v7lAXLI
Sieglinde, Beziehung zu Neffen-Lösung durch Perspektivwechsel https://youtu.be/Kr8JjYInhhM
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Wir grüssen euch herzlich!
Ero und Phil
(versendet: 04.10.2026)