INSTITUT SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION LANGLOTZ-KUTZELMANN

  • Selbst-integrierende Trauma-Aufstellung bei Missbrauch
  • Neue YT-Beiträge:
    – Dialog mit Jaqueline*: erst der „Tod“ des falschen Selbst eröffnet den Weg zum „Wahren Selbst“
    – Frühe Überlebensmuster, die für den Erwachsenen zu Stress werden.


Liebe Freunde,
liebe Kolleg*innen,

Inzwischen sind wir in unserer neuen Wohnung in Prien. Wir geniessen die Nähe der Natur. Tatsächlich hat sich eine Amsel in unser Wohnzimmer verirrt, und eines Nachts entdeckte ich in meinem Zimmer ein Glühwürmchen. Auch die Menschen  hier erlebe ich offener und zugewandter als in München.
Heute berichte ich euch von der Rückmeldung einer Klientin, die kürzlich in einer  Aufstellung den sexuellen Missbrauch durch den eigenen Vater bearbeitet hat. Meine Antworten kursiv und kleingeschrieben.

Selbst-integrierende Trauma-Aufstellung bei Missbrauch

„nach der Missbrauchsaufstellung habe ich mich erst mal furchtbar geschämt und dachte, keiner will aus der Gruppe wieder etwas mit mir zu tun haben. Und es war dann auch so, dass sich jemand nicht mehr gemeldet hat, die vorher mit mir Kontakt hatte. Es ist immer wieder ein schweres Thema und ich selbst empfinde es als Stigma.“
das könnte „erstverschlimmerung“ sein – die scham, die du damals unterdrücken musstest kommt jetzt hoch. Lasse sie zu, ohne dich damit zu identifizieren!
„Dann habe ich überhaupt nicht mehr an die Aufstellung gedacht,“
ja so kann das dann sein.  
„Erst gestern fiel mir die Aufstellung wieder ein und als ich an meinen Vater dachte und die Schuldgefühle, die ich wegen des Kontaktabbruchs immer hatte, fiel mir auf, dass ich jetzt so eine innere klare Haltung hatte, die mich spüren ließ, dass meine Familie die Verantwortung trägt. Also eine klare Abgrenzung zu deren Bereich. Ich kann das jetzt ganz klar bei ihm lassen und quäle mich nicht mit Schuldgefühlen. Das ist ganz unbewusst passiert, denn ich habe drei Wochen lang gar nicht daran gedacht. Wirklich wundersam. Es fühlt sich kraftvoll an.“
Ja, wenn dieser perspektivwechsel gelingt, dann sind die auswirkungen auch für mich immer wieder so überraschend.
„Auf der anderen Seite bin ich nicht mehr so belastbar wie vorher, komme schnell an eine Grenze, wahrscheinlich, weil ich vorher sehr oft drüber weggegangen bin.“
gut möglich. Schön, dass du das selber so erkennen kannst!
„In der Arbeit fällt es mir zunehmend schwer, ständig über meine Kapazitäten zu gehen. Außerdem fühle ich mich schnell verletzt, wenn mich Kollegen direkt angreifen. Wahrscheinlich bin ich einfach verletzlicher geworden, was ich nicht unbedingt negativ finde.“
Genau so ist es! wenn du dich verletzt fühlst, gibt dir diese einsicht die chance, dich besser und effektiver zu wehren!
„Ich sehe mehr, wo ich zuständig bin und wo nicht. Zum Beispiel, wenn mir jemand aus Faulheit Arbeit aufladen will oder mir Ding in die Schuhe schieben will, die in der Verantwortung des anderen liegen. Zum Teil fällt mir das sehr schmerzhaft auf, dass ich manchen Vertrauen schenken kann und anderen nicht. Ich merke viel besser, wen ich mag und wen nicht und kann dann danach Entscheidungen treffen, die auch mir gut tun. Das konnte ich vorher nicht fühlen.“
super!!
„Ich spüre auch mehr meine Angst, aber ich gehe immer weiter und vertraue, dass sich alles an den richtigen Platz setzt.
Eine wichtige Frage habe ich noch, die mir sehr schwer fällt: Vor vielen Jahren wurde mir in Therapien gesagt, dass ich durch das Trauma innerlich aufgespalten sei und diese Anteile unabhängig voneinander agieren, und dass ich sie integrieren müsse. Das geht mir immer noch im Kopf herum und ich frage mich, ob es deshalb so schwer ist, dass bei mir Interventionen bezüglich des Traumas manchmal nicht dauerhaft greifen wie ich es erwarte.“
diese form von „trauma-therapeutischen“ interventionen scheinen eher zusätzlich zu traumatisieren.*
„Auch wenn sich durch die Aufstellungen viel getan hat, denke ich manchmal dass da etwas dran ist. Und ich empfinde es auch als Stigma. Meine Einstellung dazu ist, dass zu lange behauptet wurde, dass Trauma nicht zu heilen ist.“
Bemerkenswer! – Dann vermutest du selber, dass diese form von therapie dich traumatisiert hat?!
„Ich bin sehr dankbar, dass ich durch deine Aufstellungen, viele Schritte vorwärts gehen kann.“
*wenn traumatherapie durch derartige aussagen das selbstwertgefühl der klientin zusätzlich verletzt hat, dann bedarf dieses THERAPIE-TRAUMA einer gezielten weiteren TRAUMATHERAPIE-Sitzung!
wenns nicht alleine heilt, melde dich gerne!
(Diese Aufstellung von Anne´s Missbrauchs-Trauma ist nur für Ausbildungsteilnehmer bei YT zugänglich. Von dieser besonderen Aufstellung hätte ich gerne ein pseudonymisiertes Kurz-Protokoll! Wer ist bereit – bitte bei mir melden!)

Und hier zwei neue YT-Beiträge, zugänglich für ALLE!:
Dialog mit Jaqueline*: erst der „Tod“ des falschen Selbst eröffnet den Weg zum „Wahren Selbst“ https://youtu.be/rfhsEYr_UAc
Frühe Überlebensmuster, die für den Erwachsenen zu Stress werden.
https://youtu.be/4bJOOsXBSgw

TERMINE

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Eine Übersicht aktueller Termine finden Sie auf unserer Homepage.

Wir grüssen euch herzlich!

Ero und Phil

(versendet: 05.07.2026)