INSTITUT SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION LANGLOTZ-KUTZELMANN

  • Terence Hill als Therapeut?


Liebe Freunde,
liebe Kolleg*innen,

Ich sitze gerade zwischen Umzugskartons – in fünf Tagen ziehen wir nach Prien am Chiemsee um. Mit 85 Jahren ist das eine echte Herausforderung. Und gleichzeitig  erleben wir die Herausforderungen eines ganz und gar „unheiligen Geistes“.

Terence Hill als Therapeut?

Da tut es uns beiden, meiner Frau und mir gut, uns in andere Welten zu begeben. Zum Beispiel in eine italienische Kriminal-Komödienserie mit Terence Hill: „Don Matteo“. Der deutsch-italienische Schauspieler, Mario Girotti, der durch die Italo-Western mit seinem langjährigen Freund Bud Spencer bekannt wurde, schlüpft hier in die Rolle eines Pfarrers in der Gemeinde Gubbio in Umbrien. Als „bekennendem Katholiken“ macht ihm das offensichtlich Spass. Mit seiner Intuition, seinem Scharfsinn und seiner Menschlichkeit wird er für die örtliche Polizei unverzichtbar, da er immer wieder einen Täter dazu bringt, die Wahrheit zu gestehen, und so unschuldig Verdächtigte zu rehabilitieren.
Vielleicht kennt ihr meine Vorbehalte gegenüber der katholischen Doktrin – doch dieser Don Matteo mit seinem gutmütigen Blick aus seinen strahlend blauen Augen ist wirklich unwiderstehlich!

Die gestrige Folge hat mich besonders durch zwei Szenen bewegt: Ein etwa 80-jähriges Paar, bei dem die Frau früh ihren geliebten Mann verloren hatte und ihren Söhnen bisher nicht zumuten wollte, öffentlich eine neue Liebe einzugehen, wurde von Don Matteo ermutigt: „Für die Liebe ist es nie zu spät. Bisher habt ihr eure Liebe nur in der Fantasie gelebt – jetzt kann sie Wirklichkeit werden!“

In einer anderen Szene ging es um eine Mutter, die mit ihrem siebenjährigen Sohn eng verbunden war, weil sie ihm erzählt hatte, sein Vater sei gestorben – tatsächlich hatte er sie noch vor der Geburt verlassen. Sie fühlte sich verpflichtet, sowohl Mutter als auch Vater zu sein, und konnte ihn deshalb nicht loslassen, obwohl es für ihre Zukunft wichtig gewesen wäre. Don Matteo bot ihr an, den Sohn ins Pfarrhaus zu nehmen, wo bereits ein Waisenjunge namens Nerino ein Zuhause gefunden hatte. Als sie zögerte, sagte er zu ihr: „Bisher hat Ihr Sohn Sie beschützt. Jetzt sind Sie dran, ihn zu beschützen – indem Sie ihn loslassen.“
Diese Mischung aus Menschenliebe, Klugheit und Freude an Paradoxien – ist das nicht das, was Heilung ermöglicht?

TERMINE

In der archivierten Form des Newsletters werden die Termine nicht hinterlegt.
Eine Übersicht aktueller Termine finden Sie auf unserer Homepage.

Wir grüssen euch herzlich!

Ero und Phil

(versendet: 23.05.2026)