INSTITUT SYSTEMISCHE SELBST-INTEGRATION LANGLOTZ-KUTZELMANN

  • „Enmeshment“


Liebe Freunde,
liebe Kolleg*innen,

Vor einigen Tagen bin ich in der New York Times auf einen ausführlichen Artikel der Autorin Christina Caron zu unserem Thema
„Enmeshment“ – also Verstrickung – gestoßen. Ich habe den Artikel für euch ins Deutsche übersetzt und im Forum unter
https://www.systemische-selbstintegration.de/t310f2-quot-ENMESHMENT-quot-Verstrickung.html#msg654
veröffentlicht.

Die Autorin beschreibt sehr detailliert die verschiedenen Facetten fehlender Abgrenzung und mangelnder Selbstverbindung und stellt Konzepte vor, die helfen können, diese Verstrickungen zu lösen.
Das bietet mir die willkommene Gelegenheit, das Spezifische unseres Konzeptes genauer wahrzunehmen und zu beschreiben.
Auch Bert Hellinger verwendete ja den Begriff „familiäre Verstrickungen“. Durch Familienaufstellungen mit Repräsentanten machte er die Beziehungsgeflechte zwischen Familienmitgliedern sichtbar und zeigte so interindividuelle Verwerfungen auf.
Davon unterscheidet sich unser Aufstellungskonzept der Systemischen Selbst-Integration  in einem zentralen Punkt. Wir untersuchen die intra-individuellen Verwerfungen, indem wir Repräsentanten aufstellen, jedoch für innere Selbst-Anteile. Dabei unterscheiden wir, angelehnt an Winnicott, zwischen einem traumaangepassten „falschen Selbst“ und dem ursprünglichen, authentischen „wahren Selbst“. Diese intraindividuelle Verwerfungen machen die Folgen früher Bindungstraumata sichtbar. Sie können als Ursache für das aktuelle Enmeshment der Klient*innen verstanden werden.

In etwa 3000 Online-Aufstellungen habe ich stets ein oder
mehrere maladaptiv gespeicherte Bindungstraumata als Ursache gefunden.

Wenn eine Klient*in versteht, dass ihr heutiges Stressprogramm früher dem Überleben diente, kann sie es heute auflösen – ohne sich selbst dafür abzuwerten. Dieses Selbstheilungspotenzial lässt sich bis ins hohe Alter aktivieren. Die Gedächtnisforschung bezeichnet diesen Prozess als Rekonsolidierung.
Dann habe ich ChatGPT mit unserem Konzept „gefüttert“ und darum gebeten, es so zu formulieren, dass die Übereinstimmungen mit bekannten Therapiekonzepten deutlich werden. Ihr findet die Formulierung ebenfalls im Forum unter https://www.systemische-selbstintegration.de/t309f2-AI-Generierte-Formulierung-des-SSI-Konzeptes-im-Vergleich-zu-bekannten-T-herapiekonzepten.html#msg653

Ich war überrascht, wieviel Übereinstimmung mit etablierten Therapiekonzepten es gibt! Aber es wird auch deutlich, was unser Konzept von anderen unterscheidet:
Hier zitiere ich nur die letzten beiden Punkte:

8. Der ursächliche Zusammenhang zwischen individuellem Trauma und „Enmeshment“ ist dem kognitiv-mentalen Zugriff einer „objektiven“ Wissenschaft nicht zugänglich. Das bedeutet, dass eine „objektive“ Wissenschaft diesen Zusammenhang auf einer individuellen Ebene nicht beweisen kann. Es gibt da nur statistische Untersuchungen, die nachweisen, dass Klient*innen mit psychiatrischen Diagnosen als Kinder vermehrte Beziehungstraumata erlebt haben.

9. Ist das der Grund dafür, dass unser Konzept nicht in einem akademischen Forschungs-Institut entstehen konnte? Da dies einer „objektiven“ Wissenschaft verpflichtet ist? Sondern in einer Einzelpraxis, welche der Intuition der Klient*in – und der Therapeut*in – eine angemessene Rolle einräumt?

TERMINE

In der archivierten Form des Newsletters werden die Termine nicht hinterlegt.
Eine Übersicht aktueller Termine finden Sie auf unserer Homepage.

Wir grüssen euch herzlich!

Ero und Phil

(versendet: 24.03.2026)