Newsletter Mai 2010 / II
19.05.2010
Liebe Freunde!
Liebe KollegInnen!


Inhalte dieses Newsletters:


Aus der Werkstatt: „Selbsttausch“ bei verlorenem Zwilling

Kürzlich machte ich eine Aufstellung für eine Frau, die trotz vieler Aufstellungen immer noch das Gefühl von Schuld hatte, so als hätte sie nicht das Recht, da zu sein. Mit Hilfe einer „verdeckten Aufstellung“ kamen wir auf das Thema früh verlorener Zwilling. Sie konnte sich nur mit Hilfe der Trommel vom Platz des Zwillings lösen! Merkwürdigerweise fühlte sich ihr „Selbst“ zum Zwilling zugehörig und umgekehrt! Sie trug auch sein Schicksal, so als sei sie Schuld an seinem frühen Tod. Mein Bild: „um etwas wieder gut zu machen“ (?), hatte sie ihm ihr eigenes Selbst gelassen!

Diese sehr bizarre Form von Verwirrung hatte ich schon einige Male beobachtet, in einer „klassischen“ Familienaufstellung bleibt sie verborgen und daher ungelöst!


Unmassgebliches zur Finanzkrise

„Massenpsychologisch“ ist es hoch interessant, wie sehr durch die Globalisierung (?) die Finanzwerte schwanken, ausgelöst durch kollektive Ängste, die von Einzelnen gezielt manipuliert werden. Und wie sehr das Kollektiv von solchen Ängsten bestimmt wird, so als hätte es keine andere, keine eigene Orientierung. Es bleibt dann die Aufgabe der Staaten (der Steuerzahler) das Abrutschen zu Beispiel des Euro durch gigantische Summen zu verhindern.

Für mich ist diese (Pseudo-) „Autonomie“ der Finanzmärkte ein gutes Beispiel für einen kollektiven „Autonomieverzicht“. Wenn wir unser Geld (unsere Energie) anonymen Fonds-Verwaltern anvertrauen, mit dem einzigen Ziel, es zu vermehren, dann geben wir damit einen Teil unserer Autonomie ab an anonyme Instanzen. Und wir schaffen selbst die „Sachzwänge“, die dazu führen, daß Finanzmanager, auf der Suche nach der optimalen Rendite, das Geld global verschieben. Wir Kapitalgeber haben keine Beziehung mehr zu unserem Geld, zu den Firmen, in die wir investieren. Die Firmen, soweit sie dem Druck der Kapitalgeber nach maximaler kurzfristiger Rendite nachgeben (müssen), werden von Managern geleitet, die die Beziehung zur Firma, zur Belegschaft, zu den Produkten, zu den Kunden verloren haben. Ja eine solche emotionale Bindung ist eher hinderlich, da sie „optimale“ Entscheidungen beeinträchtigt. Wenn dadurch den Firmen und ihrer Belegschaft buchstäblich „das Blut ausgesaugt“ wird, wenn viele ihre Arbeit verlieren oder in ihrem Einkommen eingeschränkt werden, dann kommt es zu einer kollektiven Verarmung, es bleibt immer weniger Geld für Soziales und für Kultur und Sport.

Es ergibt sich die paradoxe Situation, dass wir, die wir mit solchen Fonds zunächst „verdienen“, an unserer eigenen Verarmung profitieren. Das wir „Komplizen“ sind unseres eigenen Untergangs.

Und das wir das „verdiente“ Geld, und Anderes dazu, durch gigantische Rettungsaktionen als Steuerzahler wieder verlieren.

Es ist wie bei einem (verbotenem) Kettenbrief, aber ganz legal!

Wie dort gibt es einige wenige, die gewinnen und die vielen, die verlieren. Aber anders als bei den Kettenbriefen hatten hier die Gewinner, unterstützt von den vielen „Komplizen“, bisher die Macht, zu verhindern, dass das Spiel verboten wird.

Diese „Autonomie“ anonymer Mächte wird erst ermöglicht durch unseren Verzicht auf unsere eigene Autonomie!


UND: die inneren Ressourcen entdecken!

Wenn durch die Krise die äusseren Ressourcen knapp werden sollten, wäre das eine Chance, unsere inneren Reserven zu entdecken: das Potential an bisher ungelebter Kreativität, Beziehung und Lebensfreude.

Das Symbiosemuster bremst den Zugang zu diesem Potential, es nimmt uns Energie, macht das Leben schwer. Es veranlasst uns zu Überlebensstrategien wie „Überabgrenzung“ oder „dominantem Verschmelzen“, die uns für einen Partner relativ ungeniessbar machen und so eine lebendige und befriedigende Beziehung erschweren.

Je besser es gelingt, das eigene Symbiosemuster zu lösen, umso mehr finden wir wieder Zugang zu unserem Potential an ungelebter Lebendigkeit!


Aus der altbairischen Spruchsammlung.

Mischens Eana net in andere ein!

Mischens Eana lieber bei sich selber ein!

Karl Valentin, Kabarettist und Philosoph


Termine

Weiterbildung

Der Grundkurs für Anfänger (8 Blöcke) beginnt 24.-26.6.2010, der verkürzte Grundkurs für Erfahrene (4 Blöcke) beginnt 8.-10.7 2010.

Beide Kurse finden mit Sicherheit statt. Es gibt noch wenige Teilnehmerplätze.

Die Mauersegler sind zurück, trotz der Kälte! Der Sommer wird kommen!Ich wünsche euch allen eine gute Zeit!

Robert Langlotz



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