Newsletter Juli 2009
01.07.2009
Liebe Freunde!
Liebe KollegInnen!
Inhalte dieses Newsletters:
- Früh verlorener Zwilling
- Symptomaufstellung
- Weiterbildung 2010/11
- Buch
- Termine
Ich beginne mit einem Fallbericht.
Früh verlorener Zwilling
Ein 22-jähriger Klient, blass, unglücklich, gehemmt, berichtet, er leide derart
unter Prüfungsängsten, dass er sein Studium abgebrochen habe. Eigentlich habe ihn
das Studium auch nicht interessiert. Ausserdem habe er Probleme mit Beziehungen.
Zur Familie: Seine Mutter habe ihm erzählt, dass es bei den ersten
Schwangerschaftsuntersuchungen noch ein zweites Kind gegeben habe, das später
verschwunden war.
Er selber habe zu seiner Mutter immer Distanz gehalten, habe sich von ihr nicht anfassen
lassen wollen.
Er stellt sich weit von der Mutter auf, entfernt von seinem "Selbst" aber nahe beim
abgegangenen Zwilling.
Es zeigt sich, dass er sich noch "auf dem Boot" seines verstorbenen Zwillings
befindet, als sei es sein Boot, sein Schicksal. Als habe er sich von ihm noch nicht
verabschiedet. Diese "Bindung" (verschmelzende Identifikation) hat ihn offenbar
gehindert, sich mit dem Selbstanteil zu verbinden, der Kontakt und Erfolg haben darf.
Es fiel dem Klienten sehr schwer, die Verschmelzung mit seinem Zwilling zu lösen, sich
mit seinem Selbstanteil zu verbinden, der lebendig und erfolgreich sein darf und
schliesslich seine Grenze gegenüber dem Zwilling zu schützen. Das Abgrenzungsverbot
war sehr ausgeprägt und verbunden mit einem Lebensverbot!
Sehr viel leichter wurde ihm, als er seiner "Mutter" den Zwilling vorstellte und
sie sich liebevoll von ihm verabschieden konnte. Erst jetzt war es ihm möglich,
unterstützt von seinem Zwilling, sich der Mutter zu nähern und wie zum ersten mal,
ihre Umarmung, ihre Liebe anzunehmen.
Deutlich wird: Diese unbewusste "Loyalität" zu seinem Zwilling, der keinen
Platz in der Familie und im Leben finden konnte, hatte ihn offensichtlich daran gehindert,
Kontakt zur Mutter aufzunehmen, Erfolg im Studium zu haben! Man könnte das als
"Loyalität im Nicht-Nehmen" nennen.
Und: Die "unterbrochene Hinwendung zur Mutter" war in diesem Fall offensichtlich
durch die Loyalität zu dem Zwilling verursacht – und nicht durch eine frühe Trennung
von der Mutter, wie in den meisten Fällen.
Symptomaufstellung
Angeregt durch die Zusammenarbeit mit Holm von Egidy mache ich jetzt auch
Symptomaufstellungen. Das Besondere: ausser dem Symptom lasse ich einen Repräsentanten
für das aufstellen, "was hinter dem Symptom steckt", "das, um das es
eigentlich geht". Und weiter einen Repräsentanten für das "Selbst".
Im Aufstellungsprozess überprüfen wir, ob der Klient unbewusst identifiziert ist,
mit dem, "was hinter dem Symptom steckt". Die Lösung aus dieser Identifikation
und die Wiederannäherung an das eigene Selbst ist meist mit sehr starken Gefühlen
verbunden – obwohl "das um das es eigentlich geht" gar nicht benannt werden muss!
Gerade in sehr stark belasteten Systemen kann es vorkommen, dass ein Klient mit einem
entfernteren eventuell ihm unbekannten Familienmitglied identifiziert ist (von ihm
"besetzt" ist, wie die Schamanen sagen). Das lässt sich mit dieser Methode
herausfinden und lösen, besonders in den Fällen, wo ein Symptom nicht verschwinden
will, obwohl schon alle wichtigen Beziehungen durch Aufstellungen geklärt sind.
Weiterbildung 2010/11
Ich plane die Weiterbildung 2010/11, voraussichtlich ab April 2010 8 Blöcke à 3
Tage. Details werden im nächsten Newsletter noch im Juli erscheinen. Interessenten
können sich jetzt schon per email auf einer Warteliste vormerken lassen.
Buch
Ich bin dabei, ein Buch über meine Arbeit zu schreiben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
gekommen.
Einige von Euch haben durch Aufstellungen einen unerwarteten Heilungsprozess erlebt. Wer mag,
kann das auf einer DinA4 Seite zusammenfassen, zusammen mit den wichtigen Daten seiner Familie.
Das könnte ich in mein Buch nehmen!
Termine
Tagung in Paris
Bei einem
Aufstellertreffen in Paris am 12./13. September werde ich meine Arbeitsweise
vorstellen. Wenn es genug Interesse gibt, wird es 2010 ein Therapieseminar in Paris geben.
Tagung in Wuppertal
Die deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen wird am
31.10./1.11.2009 in Wuppertal einen Kongress abhalten.
Ich werde mit einem workshop dabei sein.
Symposion in München
Zusammen mit Holm von Egidy und Hans-Peter Milling werde ich ein Symposion zum Thema Symbiose in
System- und Strukturaufstellung veranstalten. Bis 30.6.09 (Ende des Frühbucherrabatts!) gab es
14 Anmeldungen.
Weiteres auf der
Website >>
Einführungsabende
Jeweils Donnerstag von 20-22h: am 09.07.09*, 16.07.09* (*am ersten Abend eines Therapieseminars). Beitrag € 15,-.
Bitte telefonisch
voranmelden!
Kollegialer Austausch
Raum für eigene Beobachtungen und Erfahrungen, für Intervision und eigene Anliegen.
Jeweils Donnerstag, 20-22h, am 23.7.09 und 17.9.2009 Gratis!
Bitte telefonisch
voranmelden!
Supervision
Intervision, Fallbesprechungen, eigene "Entdeckungen", eigene Anliegen. 17.-19.09.2009.
Anmeldung
bitte bis spätestens 11.9.2009! (Beginn Oktoberfest!)
Honorar € 300 inkl. 19 % Mwst.
(Lizenzinhaber: abzüglich Lizenzgebühr)
Ich wünsche Euch eine gute Zeit!
Euer
Robert Langlotz
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