Vor 35 Jahren habe ich eine Therapie nach Jung gemacht. Vor 15 Jahren hatte ich Supervision bei einem erfahrenen Jungianer.
Jetzt stelle ich fest: Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen dem "Initiatischen Familienstellen" und der
Jung´schen Psychologie. Jung verwendet auch die Begriffe Ich und Selbst, das was er Schatten nennt, entspricht dem,
was ich "Selbst" - genauer die nicht gelebten Selbst-Anteile - nenne.
Individuation, d.h. die
Integration abgepaltener Selbst-Anteile scheint sehr viel leichter zu gelingen, wenn sie Hand in Hand geht mit der
Lösung der Symbiosemuser. Dazu gibt es einen
neuen Text auf der Homepage.
Seit ca. einem Jahr lasse ich die Klienten einen Vertreter für ihr "Selbst", für den Teil aufstellen,
mit dem sie nicht verbunden sind.
Meist ist das der eil, der nicht immer "brav" ist, der sich nicht so
schnell anpasst, der sich unbeschwert fühlt und sich wehren darf.
Bisweilen - besonder bei sehr
"taffen" Klient-innen - fühlt sich der Stellvertreter des "Selbst" gar nicht frei und
unbefangen, sondern schwach, einsam, ängstlich und anlehnungsbedürftig!
Zunächst war ich überrascht, vermutete, das der Stellvertreter nicht "in der Rolle" war!
Dann wurde mir klar: gerade Klienten, die nicht klein sein durften, die schon früh stark sein mussten, haben ihr
"inneres", verlassenes und trauriges Kind, das damals keiner wahrnehmen und trösten konnte, einfach
verdrängt, um besser funktionieren zu können! Sie sind deshalb besonders gefährdet, in ein
Erschöpfungssyndrom, ein "burned out" zu geraten.
Es ist gerade dieser Teil, der schwach sein darf,
sich anlehnen möchte, der ihnen fehlt! Wunderbar, dass die Stellvertreter das so genau spüren!
Das gibt dann die Möglichkeit, auch diesen Teil liebevoll zu integrieren.
Wenn der Mutter dieser traurige oder auch zornige Teil von dir immer zuviel war, dann konnte sie dir nie zeigen, wie man
mit diesem Teil umgeht, mit ihm redet, ihn tröstet, in den Arm nimmt. Und da sie es dir nicht zeigen konnte, kennst
du dich auch nicht mit ihm aus. Und wie schon deine Mutter schickst auch du diesen Teil von dir vor die Türe!
Wenn das dann in der Aufstellung auftaucht, dann gibt das die Gelegenheit, endlich diesen Teil, das einsame Mädchen,
den traurigen Jungen, die/der du damals warst, liebevoll in den Arm zu nehmen. Das kann sehr erleichternd und heilsam sein.
In bisher zwei Aufstellungen wollte diese "Versöhnung" mit dem ängstlichen, einsamen innere Kind nicht
gelingen.
Da kam mir die Idee, den Klienten zusätzlich noch einen Repräsentanten für das "starke Selbst"
aufstellen zu lassen. Erst nachdem er durch die Begegnung mit seinen starken Selbst-Anteilen seine Kraft gefunden hatte,
konnte er sich auch dem verlassenen Kind zuwenden, es in den Arm nehmen. Am Schluss konnte er der Mutter diese beiden
Seiten zeigen, die er damals verstecken musste!
Wer weiss, was da noch alles auftaucht!
Dieser sehr erfahrene analytisch orientierte Therapeut meint zu Systemaufstellungen mit dem Selbst:
"Obwohl ich, wie Sie wissen, in Bezug auf Systemaufstellung völlig unerfahren bin, finde ich Ihre
"technische Innovation" mit der Einführung eines Repräsentanten des "Selbst"
sehr sinnvoll und wahrscheinlich auch praktisch erfolgreich. Denn damit machen Sie
für den Kunden nicht nur sein Selbst bewusster und greifbar, sondern Sie stellen ihm auch einen geeigneten
Verteidiger zur Seite. Wenn wir bei der Metapher des gerichtlichen Prozesses bleiben, so braucht bekanntlich
tatsächlich ein solcher durch Abhängigkeiten geschwächte und unentschlossener Angeklagter einen
tüchtigen, einen energischen und dynamischen Verteidiger, der ihm zu seinem Recht, und hier können wir
auch sagen, zu seiner Freiheit und Autonomie, hilft.
Ihre differenzierte Analyse der hartnäckigen und persistierenden Symbiose (sowie deren Vorgeschichte und Herkunft,
auch bei der Mutter) ist recht überzeugend, sodass dadurch das "Dilemma", auch inhaltlich, mehr an
Deutlichkeit und offensichtliche große Relevanz gewinnt."
Diese Rückmeldung freut mich sehr. Allredings erlebe ich das "Selbst" nicht wie einen Verteidiger in einem
Prozess sondern wie einen sehr guten alten Freund, den man längst vergessen hatte.
Therapieseminar Todtmoos/ Schwarzwald 3.-6.7.2008 besonders für Schwaben, Badener und Schweizer! Es gibt
noch Plätze!
zusätzliches Therapieseminar
in München 31.7.-3.8.2008!
Weiterbildungs-Grundkurs 2008/9 (8 Blöcke)
Achtung!!! Beginn verschoben auf 10.-12.09.2008!
Das Interesse am Initiatischen Familienstellen® nimmt zu. Aus verschiedenen Regionen bekomme ich Anfragen nach
Adressen von Therapeuten, die diese Methode anwenden. Ich sehe es als meine Aufgabe an, das, was ich selbst wie ein
wertvolles Geschenk erlebe, an möglichst viele weiter zu geben.
Die Weiterbildung entspricht hinsichtlich Zeitumfang, Curriculum und
der Forderung nach zwei Ausbildern de Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS).
Verkürzter Grundkurs für Aufsteller
die bereits eine Ausbildung bei mir oder woanders absolviert haben, in vier Blöcken, Beginn verschoben (!) auf
29.-31.10.2008.
Infoworkshop Zürich 26./27./28.9.2008
Anmeldung und weitere Infos zu diesen Terminen wie immer unter
www.e-r-langlotz.de.
Supervisions-Workshop 17.-19.9.08, bitte diesmal rechtzeitig anmelden!
Mein Kollege Dr. Holm von Egidy wird ebenfalls dabei sein! Ich freue mich sehr, in ihm einen so aufgeschlossenen und
kompetenten Mitstreiter gefunden zu haben!
Ich bin immer noch auf der Suche, langsam wird es heiss.
Aber ich vertraue darauf, dass wir, meine Frau (orientalischer Tanz!) und ich etwas Schönes finden.
Ein guter Freund will in unseren Räumen Qigong anbieten.