Newsletter April 2008
27.03.2008
Liebe Freunde!
Liebe KollegInnen!


Inhalte dieses Newsletters:
  • KIRSCHBLÜTEN
  • SUPERVISION UND WEITERBILDUNG
  • SEMINARE IN TODTMOOS UND ZÜRICH


vor kurzem sah ich einen Film, von Doris Dörrie:

"KIRSCHBLÜTEN"

Liebevoll und in ästhetischen Bildern zeichnet sie die verschiedenen Aspekte einer familiären Symbiose nach:
Trudi, die Mutter, die ihre tiefe Sehnsucht nach Japan, nach dem Bhutto-Tanz zurückstellt, im (symbiotischen Irr-) Glauben, so besser für ihren Mann, einen bayerischen Gemeindeangestellten (Müllabfuhr) und die Kinder da sein zu können. Sie verheimlicht ihrem Mann seine Krebs-Diagnose.

Die selbst- und grenzenlose Überfürsorglichkeit gegenüber ihren Kindern erleben diese als Bedrängung und fliehen vor ihr (Überabgrenzung?). Zwei nach Berlin und der am meisten von ihr geliebte nach Tokio, in das Land, von dem sie selber träumt, das sie aber nie besucht!

Rudi, der Ehemann, ist in seinen Gewohnheiten befangen, wehrt alles Unbekannte mit bayerischer Grantlerei ab. Seiner Meinung nach macht er eh immer das, was seine Frau möchte.

Präzise wird die Kontaktlosigkeit, der Groll der Kinder, ihre Mißachtung der Eltern dargestellt. Auch dies kann als Überabgrenzung bei symbiotischen Verschmelzungstendenzen verstanden werden.

Der plötzliche Tod der Mutter schafft eine Grenze, die es anscheinend zuvor nicht gab, zerreißt den Schleier der Symbiose. Mit einem Schlag wird allen bewußt, wie wenig sie diese Frau gekannt haben, wie sehr sie diese Frau vermissen.

Der Mann, in seiner hilflosen Trauer und Verzweiflung, fährt nach Japan, verläßt seine vertraute oberbayerische Welt, begibt sich in ein fremdes Land, dessen Sprache, dessen Gewohnheiten ihm nicht vertraut sind. Wie stellvertretend für seine Frau, bekleidet mit ihrer Kaschmir-Wolljacke und ihrer schwarzen Perlenkette, erlebt er die Kirschblüte, den Fudschi und den Bhuttotanz.

Er trifft eine junge Bhutto-Tänzerin, die ihre Trauer um die verstorbene Mutter durch ihre Bewegungen lebendig werden läßt. Auf eine eindrückliche Weise ist sie sie selbst, die weiße Schminke läßt ihre Alltags-Maske (Identifikationen) abfallen. In der Begegnung mit ihr, die nichts von ihm will, ihn so läßt wie er ist, findet er zu sich selbst.

Befreit von seiner eigenen Alltags-Maske tanzt er sich selbst und begegnet im Sterben seiner Frau in eine Weise, die im Leben nicht möglich war.

Der buddhistische Weg der Befreiung von "Anhaftungen" ist vielleicht ein Weg, sich aus symbiotischen Verklebungen zu lösen?

Das erklärt umgekehrt die spirituelle Qualität des "initiatischen Familienstellens"?

So anrührend und tief diese Geschichte auch ist, es bleibt eine Melancholie, die trotz ihrer Süße und Ästhetik etwas Lähmendes hat.

Es wird deutlich: wenn sich das aggressive Potential nicht in der Abgrenzung konstruktiv entfalten kann, wird es destruktiv, richtet es sich gegen eigene Selbstanteile, macht depressiv, mürrisch, löst Schuldgefühle aus und macht krank.
Ein Teufelskreis.

Ich wünsche mir von Doris Dörrie einen Film, der diese Zusammenhänge zeigt und eine Lösung! Aber bereits im Leben!


Termine

Supervision 7.-9.5.2008

Dieser Block gehört zur Ausbildung "Initiatisches Familienstellen".
Darüber hinaus bietet er allen Familienstellern, egal welcher Herkunft, die Möglichkeit,
  • eigene schwierige oder besonders eindrucksvolle Aufstellungen zu besprechen,
  • eigene Klienten mit zu bringen, um sie in Rahmen der Supervision mit meiner Unterstützung aufzustellen,
    oder von mir aufstellen zu lassen.
  • die neuesten Strategien und Erfahrungen des Initiatischen Familienstellens kennen zu lernen.


Weiterbildungs-Grundkurs (8 Blöcke) Beginn 28.-30.5.2008

Das Interesse am Initiatischen Familienstellen® nimmt zu. Aus verschiedenen Regionen bekomme ich Anfragen nach Adressen von Therapeuten, die diese Methode anwenden. Ich sehe es als meine Aufgabe an, das, was ich selbst wie ein wertvolles Geschenk erlebe, an möglichst viele weiter zu geben.


Therapieseminar Todtmoos/Schwarzwald 3.-6.7.2008

Aus Verbundenheit mit Pieter Loomanns, der mich in Karlfried Dürckheims "Initiatische Therapie" einführte, biete ich nach längerer Unterbrechung wieder einen Workshop in Todtmoos an.


Infoworkshop Zürich 26./27./28.9.2008

Bei einem Besuch in Glarus/Schweiz bei meinem Bruder und seiner Frau Barbara, die Atemarbeit mit Familienstellen verbindet, hatte ich Gelegenheit, das Inititatische Familienstellen vor erfahrenen Therapeuten vorzustellen. Die Resonanz war so stark, daß ich einen Infoworkshop in Zürich anbiete.


Ich grüße Euch alle!

Robert Langlotz



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