systemische selbstintegration MÜNCHEN
Newsletter März 2007
15.03.2007
Liebe Freunde!
Liebe KollegInnen!


Inhalte dieses Newsletters:
  • INITIATISCHES FAMILIENSTELLEN DR. LANGLOTZ®
  • Kollektive Symbiose
  • Namensschutz
  • Termine


Es gibt einen neuen Namen:
INITIATISCHES FAMILIENSTELLEN DR. LANGLOTZ®

FAMILIENSTELLEN
Virginia Satir hat die therapeutische Arbeit mit Stellvertretern eingeführt, Bert Hellinger hat sie weiterentwickelt und zu ihrer weltweiten Verbreitung entscheidend beigetragen. Dies wird immer sein großer Verdienst bleiben.
Die von ihm verwendete sehr eigenwillige Terminologie - Familienseele, Sippengewissen - trug jedoch mit dazu bei, daß das Familienstellen in eine esoterisch gefärbte Außenseiterrolle geriet, als unprofessionell abgewertet wurde. Darüber hinaus bergen diese Begriffe die Gefahr, den Blick auf das weit verbreitete Phänomen einer KOLLEKTIVEN SYMBIOSE zu verstellen, ja schlimmer noch, es zu einer schicksalhaften Instanz hochzustilisieren, die nicht hinterfragt werden darf. Das beeinträchtigte naturgemäß die Wirksamkeit des "klassischen" Familienstellens nach Hellinger. Das war für mich der Grund, mich von den Konzepten und Begriffen Hellingers - getreu seiner eigenen Maxime - frei zu machen und dabei wurde ich fündig.

SYMBIOTISCHE VERSCHMELZUNG
Die Einbeziehung des Symbiosethemas und von Elementen der Selbst-Psychologie und der Bindungstheorie ist geeignet, dem Klienten das Muster seiner "Verschmelzung" mit einem oder beiden Eltern sichtbar und bewußt zu machen. Kinder identifizieren sich mit dem, was Eltern - aufgrund einer eigenen Traumatisierung - in ihnen sehen, von ihnen erwarten - "Falsches Selbst" - , um die Nähe zu den Eltern zu haben, die sie fürs Überleben benötigen. Identifikationen, Tragen für die Eltern und symbiotische Verschmelzung mit den Eltern sind als Überlebensstrategien zu begreifen.
Der Preis für dieses Überleben ist hoch: um sich anzupassen unterdrücken die Betroffenen ihre eigenen "autonomen" Gefühle  (AGGRESSION!) und Bedürfnisse und verlieren dadurch die Voraussetzung für eine eigene Identität, eine autonome Orientierung, damit aber auch ihr Mitgefühl, ihr "natürliches Gewissen". Das Unterdrücken der eigenen autonomen Impulse, das "ungelebte Leben" macht bitter, unzufrieden, aggressiv, führt zu einem aggressiven Egoismus. Aber auch diese Aggressionen müssen wieder unterdrückt, hinter einer süßlichen Fassade versteckt werden. Dieser Pool an abgespaltenen Aggressionen kann in unkontrollierten Ausbrüchen explodieren, oder sich nach innen richten: Selbstverletzung, Selbst-Tötung, Depression, psychosomatische Erkrankung.
Das "falsche Selbst", die mit ihm verbundenen "Glaubenssätze", nicht selten in Form eines "verinnerlichte Autonomieverbotes" zwingt sie dazu, sich anzupassen, sich nach äußeren Leitlinien zu orientieren, mit dem Gegenüber, zu verschmelzen. Sie sind außengesteuert, machen sich abhängig, sind manipulierbar - und manipulieren andere.

VERRAT AM SELBST
Diese Autonomiestörung und der durch sie verursachte Streß ist die zentrale Ursache für alle seelischen und psychosomatischen Erkrankungen, darüber hinaus auch für Soziopathien und das ungeheuere selbst- zerstörerische Potential unserer Zeit, welches das  Überleben unserer Spezies in Frage stellt. Arno Gruen hat diese Zusammenhänge bereits vor   Jahren in seinen Büchern "Verrat am Selbst" und "Wahnsinn der Normalität, Realismus als Krankheit" brillant beschrieben.

ARCHAISCHE RITUALE
"Glaubenssätze" sind erlernte, in "Fleisch und Blut" übergegangene, "eingekörperte" Muster, die unbewußt unser Fühlen und Handeln bestimmen. Sie sind auf einer rationalen Ebene nicht zu lösen. Wirksam auf dieser unbewußten Ebene sind  RITUALE die man als "eingekörperte" Bilder und Lösungsvorgänge verstehen kann.

IFSL®
INITIATISCHES FAMILIENSTELLEN DR. LANGLOTZ
Die Einbeziehung des Symbiosethemas, und von Elementen der Selbst-Psychologie und der Bindungs-Theorie machen das Familienstellen wieder "kompatibel" mit anderen bewährten Psychotherapiemethoden. Die Verwendung archaische Rituale trägt darüber hinaus entscheidend zu einer hohen Wirksamkeit der Vorgehensweise bei.
Der Klient hat die Chance, in einem zum "Initiations-Ritual" verdichteten Aufstellungs-Prozeß bei sich selber anzukommen, zu seiner Identität, zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen zu finden. Dies Erleben der eigenen Autonomie, insbesondere die Integration einer abgespaltenen Aggression, löst ein tiefes Gefühl von Frieden und Glück aus, es ermöglicht einen "gesunden Egoismus", erlaubt Nähe und Mitgefühl zu anderen.


Kollektive Symbiose

In den letzten Wochen wurde mir klar: Wenn Eltern, auf Grund eigener traumatisierender Verlusterfahrungen von ihrem Kind erwarten, ihnen ein verlorenes Elternteil zu ersetzen, dann wird dieses Kind "parentisiert", das heißt, das Gefälle zwischen Eltern und Kind wird umgekehrt. Der Klient, der seine Eltern nicht als Eltern erleben konnte, erwartet seinerseits, daß sein Kind für ihn die Rolle des Elternteils spielt, sowie er es ja für seine Eltern tat.
Und so wird dieses Symbiose-Muster weitergegeben, von Generation zu Generation. Ablösen von den Eltern, Identitätsfindung, Beziehung und persönliches Wachsen ist durch dies Muster erschwert. Die Betroffenen bleiben miteinander symbiotisch verbunden, es entwickelt sich eine kollektive Symbiose, der symbiotische Beziehungsstil wird zur familiären Tradition. Zank, Vorwürfe, gegenseitige Abwertungen, Mord und Totschlag sind Aspekte eines verzweifelten aber wirkungslosen Versuchs der "Überabgrenzung", wie es sich für Symbiose gehört.
Wenn ein Familienmitglied es wagt, aus dieser Familiensymbiose auszusteigen, eine eigene autonome Wahrnehmung zu entwickeln, wird das als eine Bedrohung für das ganze System empfunden und als Verrat gebranntmarkt, so als würde dadurch ein unausgesprochener Generationen-Vertrag - allerdings der makabren Sorte - gebrochen. Dem Aussteiger wird nicht selten suggeriert, amoralisch oder verrückt zu sein - dabei wäre der Ausstieg für ihn die Befreiung aus einer kollektiven Verwirrung!   
Verrücktmachende Systeme und Mobbing finden sich auch in Vereinen, in Sekten - Zeugen Jehovas! -, in der Schule und in der Arbeit.
Die Lösungsstrategien des Verschmelzungskonzeptes können hier bei folgenden Themen wertvoll sein:

  • Eine eigene unbewußte Opferrolle erkennen und lösen,
  • eine unbewußte "Verschmelzung" z.B. mit der Firma erkennen und lösen,
  • sich abgrenzen von eventuell abwertenden Kommentaren der Kollegen.
      

Namensschutz
Für die neue Form von Familienstellen suchte ich einen Namen. Das "prozeßorientiert" trifft nicht, meist wird damit eine Vorgehensweise verstanden, die sich an den Impulsen des Klienten orientiert. "Phasenorientiert" wäre richtiger, klingt aber spröde.
Ich möchte den neuen Namen INITIATISCHES FAMILIENSTELLEN® schützen lassen, um die Methode und deren Anwender vor unprofessionellen Nachahmern zu schützen. Das Schicksal des Familienstellens ist für mich ein abschreckendes Beispiel.


MwSt.
Nun zu einem banalen, aber nicht unwichtigen Thema. Für meine Weiterbildungs-Veranstaltungen, die ich ab jetzt ankündige, muß ich 19% Mehrwertsteuer abführen.


TERMINE

Intensiv-Workshop "Initiatisches Familienstellen Dr. Langlotz®"
Kurze Einführung und Supervision, für Aufsteller
22.-24.03.07, 11.-13.10.07
Honorar € 300.- inkl. MwSt.

Info-Abende: jeden 1. und 3. Dienstag 20.00-22.00,
in der Praxis (€ 15.-)
bitte vorher anmelden!

Kollegialer Austausch
Jeden 2. Dienstag, 20.00-22.00, in der Praxis,
bitte vorher anmelden!

INFOTAG "INITIATISCHES FAMILIENSTELLEN DR LANGLOTZ®"
FÜR THERAPEUTEN UND KLIENTEN
 
Am Sonntag 15.04.07 von 10.00-18.00 in Todtmoos sowie am Sonntag, den 22.07.07 ebenfalls von 10.00 bis 18.00 in München werde ich Neues zu Theorie und Praxis des "Initiatischen Familienstellens" berichten und in Aufstellungen für die Teilnehmer demonstrieren.
Honorar: € 70.- zzgl. MwSt.

Grundkurs "Initiatisches Familienstellen®" für Anfänger (2007/8),
Voraussetzung: das eigene Herkunfts- und evtl. Gegenwartssystem sollte bereits bei mir aufgestellt sein, (Ermäßigung für Weiterbildungskandidaten!)
6 Blöcke à 3 Tage, jeweils Donnerstag bis Samstag,
Beginn 19.-21.07.07
Honorar 6 x 300.- € zzgl. 19% MwSt.

Verkürzter Grundkurs "Initiatisches Familienstellen" für Erfahrene,
die bereits woanders eine Ausbildung gemacht haben.
3 Blöcke à 3 Tage, jeweils Mittwoch-Freitag,
07.-11.11.07,16.-18.01.08, 12.-14.03.08
Honorar 3 x 300.- €, zzgl. MwSt.

Supervisionskurse
je Block 3 Tage, jeweils Mittwoch bis Freitag!
11.-13.10.07, 07.-09.05.08, 17.-19.09.08. 
Honorar je Block € 300.- zzgl. MwSt.


Ich wünsche Euch allen eine erfüllte Zeit!
Robert Langlotz




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