systemische selbstintegration MÜNCHEN
Symbiosefragebogen - Hinweise zum Ausfüllen und zur Bewertung

Für jede Frage wird die zutreffende Antwort – Spalte (stimmt nicht, selten, häufig oder immer) angekreuzt. Es wird für jeden Abschnitt (A B C D ) die Summe ermittelt, in dem die Zahl der Kreuzchen der jeweiligen Spalte mit dem dazugehörigen Punktwert multipliziert wird.


Phänomene bei Symbiose
Symbiose scheint durch folgendes Dilemma gekennzeichnet: der Betroffene ist in der Nähe zum Gegenüber mit seiner Wahrnehmung, seiner Energie überwiegend beim anderen, er neigt dazu, dessen Gedanken und Gefühle zu übernehmen, im Extremfall die eigenen Gedanken und Gefühle – Wut! - zu unterdrücken. Symbiose ist daher immer mit einer eingeschränkten Ich-Stärke und Selbstwahrnehmung sowie der Tendenz zur Anpassung und Abhängigkeit verbunden, eine wirkliche Beziehung zwischen zwei eigenständigen Partnern wird dadurch erschwert oder unmöglich.
Beziehungserfahrungen sind daher meist enttäuschend und schmerzlich. Um sich zu schützen, entwickeln die meisten Betroffenen eine – oder beide der folgenden „Kompensationsstrategien“:
Überabgrenzung ( C ): sie lassen sich nicht mehr auf Nähe ein und unterdrücken ihre – ursprünglich hoch entwickelte – Empathie, können so mehr bei sich bleiben, allerdings um den Preis, dass sie auf die so ersehnte Nähe des anderen verzichten müssen. Die resultierende Grundhaltung ist resigniert, depressiv, bisweilen paranoid.
Dominantes Verschmelzen (D): um auf Nähe und Pseudoharmonie nicht verzichten zu müssen, ohne sich selbst zu verlieren, drehen die Betroffenen „den Spieß um“ und versuchen, zum Teil unbewusst, durch mehr oder weniger diskrete oder massive Manipulation – Verführung, Versprechungen, Drohung, Erpressung – den anderen, seine Wahrnehmung, seine Gefühle und dessen eigene Kontakte den eigenen Zielen anzupassen. Dabei entwickeln sie die Tendenz, den anderen, oft aber auch sich selbst übermäßig zu kontrollieren.

Bewertung:
Der ermittelte Wert ermöglicht eine ungefähre Einschätzung folgender mit Symbiose verbundener Phänomene:

A Abgrenzungsschwierigkeit
B Einschränkung der Selbstwahrnehmung

Kompensationsmechanismen:

C Tendenz zu einer starren Überabgrenzung
D Tendenz zu Manipulation und Kontrolle des Partners („dominante Verschmelzer“)

Werte zwischen 9 und 16 sprechen für mittelgradige Ausprägung, 17 – 24 für hochgradige Ausprägung des jeweiligen Aspektes.
Es können einzelne, mehrere oder alle Aspekte erhöht sein, dadurch entsteht ein charakteristisches Profil.
Erhöhung in C (Überabgrenzung) ist meist mit depressiver Symptomatik verbunden.
Erhöhung in D („dominante Verschmelzer“) zeigt die Tendenz zur Manipulation anderer.
Verbreitung
Das Symbiosemuster mit seinen unterschiedlichen Aspekten ist sehr weit verbreitet, ich finde es bei 70 – 90% meiner Klienten! Diese sind sich dessen meist nicht bewusst

1. weil es fast jeder hat

2. weil bei vielen der Aspekt Überabgrenzung, in Form von AGGRESSION: „Egoismus, Aggressionen, Groll, Vorwürfe, Wut, Hass, aggressive Ausbrüche oder - AUTOAGGRESSION – Depression, psychosomatische Beschwerden, die ursprünglich Verschmelzungstendenz verdeckt.

Für den therapeutischen Prozess scheint jedoch die Wahrnehmung des Symbiosemusters entscheidend, da die destruktiven und autodestruktiven Aspekte sich erst – und meistens sehr viel leichter- lösen lassen, wenn das Symbiosemuster wahrgenommen wird und gelöst ist.

Hier scheint das prozessorientierte Familienstellen eine wesentliche Ergänzung zu den übrigen Psychotherapiemethoden leisten zu können.



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