Für jede Frage wird die zutreffende Antwort – Spalte (stimmt nicht, selten, häufig oder immer) angekreuzt. Es wird für jeden Abschnitt (A B C D ) die Summe ermittelt, in dem die Zahl der Kreuzchen der jeweiligen Spalte mit dem dazugehörigen Punktwert multipliziert wird.
Phänomene bei Symbiose
Symbiose scheint durch folgendes Dilemma gekennzeichnet: der Betroffene
ist in der Nähe zum Gegenüber mit seiner Wahrnehmung, seiner
Energie überwiegend beim anderen, er neigt dazu, dessen Gedanken
und Gefühle zu übernehmen, im Extremfall die eigenen Gedanken
und Gefühle – Wut! - zu unterdrücken. Symbiose ist daher
immer mit einer eingeschränkten Ich-Stärke und Selbstwahrnehmung
sowie der Tendenz zur Anpassung und Abhängigkeit verbunden, eine
wirkliche Beziehung zwischen zwei eigenständigen Partnern wird dadurch
erschwert oder unmöglich.
Beziehungserfahrungen sind daher meist enttäuschend und schmerzlich.
Um sich zu schützen, entwickeln die meisten Betroffenen eine –
oder beide der folgenden „Kompensationsstrategien“:
Überabgrenzung ( C ): sie lassen sich nicht mehr auf Nähe ein
und unterdrücken ihre – ursprünglich hoch entwickelte
– Empathie, können so mehr bei sich bleiben, allerdings um
den Preis, dass sie auf die so ersehnte Nähe des anderen verzichten
müssen. Die resultierende Grundhaltung ist resigniert, depressiv,
bisweilen paranoid.
Dominantes Verschmelzen (D): um auf Nähe und Pseudoharmonie nicht
verzichten zu müssen, ohne sich selbst zu verlieren, drehen die Betroffenen
„den Spieß um“ und versuchen, zum Teil unbewusst, durch
mehr oder weniger diskrete oder massive Manipulation – Verführung,
Versprechungen, Drohung, Erpressung – den anderen, seine Wahrnehmung,
seine Gefühle und dessen eigene Kontakte den eigenen Zielen anzupassen.
Dabei entwickeln sie die Tendenz, den anderen, oft aber auch sich selbst
übermäßig zu kontrollieren.
Werte zwischen 9 und 16 sprechen für mittelgradige Ausprägung,
17 – 24 für hochgradige Ausprägung des jeweiligen Aspektes.
Es können einzelne, mehrere oder alle Aspekte erhöht sein, dadurch
entsteht ein charakteristisches Profil.
Erhöhung in C (Überabgrenzung) ist meist mit depressiver Symptomatik
verbunden.
Erhöhung in D („dominante Verschmelzer“) zeigt die Tendenz
zur Manipulation anderer.
Verbreitung
Das Symbiosemuster mit seinen unterschiedlichen Aspekten ist sehr weit
verbreitet, ich finde es bei 70 – 90% meiner Klienten! Diese sind
sich dessen meist nicht bewusst
1. weil es fast jeder hat
2. weil bei vielen der Aspekt Überabgrenzung, in Form von AGGRESSION:
„Egoismus, Aggressionen, Groll, Vorwürfe, Wut, Hass, aggressive
Ausbrüche oder - AUTOAGGRESSION – Depression, psychosomatische
Beschwerden, die ursprünglich Verschmelzungstendenz verdeckt.
Für den therapeutischen Prozess scheint jedoch die Wahrnehmung des Symbiosemusters entscheidend, da die destruktiven und autodestruktiven Aspekte sich erst – und meistens sehr viel leichter- lösen lassen, wenn das Symbiosemuster wahrgenommen wird und gelöst ist.
Hier scheint das prozessorientierte Familienstellen eine wesentliche Ergänzung zu den übrigen Psychotherapiemethoden leisten zu können.