Newsletter September 2007
31.08.2007
Liebe Freunde!
Liebe KollegInnen!


Inhalte dieses Newsletters:
  • Urlaub in Griechenland
  • Blutrache
  • „Kapitänsliste"
  • Kollektive Symbiose
  • „Gestalttherapeutische" Lösung von Verschmelzung?
  • Termine


Urlaub in Griechenland
Ein dreiwöchiger Urlaub auf Kassandra, einer Halbinsel der Chalkidike geht zu Ende. Wärme - bis 42 Grad! - Sonne, Sandstrand, griechisches Essen, griechische Gastfreundschaft, ein Besuch beim Grab des makedonischen Königs Phillip des 2., dem Vater Alexanders, das vor 30 Jahren unberührt gefunden wurde! - Und gottlob keine Waldbrände in unserer Nähe.
Aber: die Esel, die ich von früheren Griechenlandbesuchen vor 45 Jahren kannte, sind verschwunden. Die nostalgische Hoffnung, in verborgenen Bergdörfern vielleicht doch noch einen Esel zu finden, ließ mich einem Schild „MAPMAPA" folgen. Ich kam zu einem verlassenen Steinbruch - und zu der Einsicht: der einzige alte Esel, der noch existiert, ist dir so nahe, daß du es gar nicht bemerkst!

Blutrache
Als Urlaubslektüre las ich von Nikos Kazantzakis „Freiheit oder Tod" („o kapitan michales"), in dem das Leben eines kretischen Clanführers unter der türkischen Herrschaft beschrieben wurde und ich lernte das Phänomen der Blutrache verstehen, das wir so schnell als inhuman abwerten. Die stolzen Kreter wollten sich nicht der Fremdherrschaft der andersgläubigen Türken unterwerfen. Immer wieder bäumten sie sich auf, gegen eine Übermacht, vergalten Gewalt mit Gewalt, Grausamkeit mit Grausamkeit. Mir scheint, Blutrache ist in einer solchen Situation so etwas wie ein gesellschaftlich anerkanntes Ventil für die angestaute, sonst ohnmächtige Wut. Hat es den Kretern in den Jahrhunderten der Unterdrückung nicht ein Stück Handlungsfreiheit, ein Stück Selbstachtung erhalten?

Kollektive Symbiose
Ganz konnte ich auch im Urlaub meine Arbeit nicht loslassen, ich formulierte meine Sicht von kollektiver Symbiose. Dabei wurde mir klar, daß man Deutschland, nicht nur die Nazizeit, als ein Symbiotisches Kollektiv sehen kann. Und daß man den grauenhaften Genozid an den Juden auch als destruktiven Ausbruch einer Jahrhunderte lang angestauten Aggression verstehen kann - vielleicht gerade deswegen, weil wir uns Jahrhunderte lang nicht gewehrt, nur angepaßt haben, weil wir „zu human waren", um z.B. Blutrache auszuüben!?
Mehr dazu unter www.e-r-langlotz.de „kollektive Symbiose"

„Gestalttherapeutische" Lösung von Verschmelzung?
Ich sehe, daß die „schamanische" Lösung von Verschmelzung, obwohl ungeheuer wirksam, auf manche Kollegen befremdlich wirkt und sie möglicherweise daran hindert, sich auf das Konzept von Verschmelzung und kollektiver Symbiose einzulassen.
Im Urlaub hatte ich plötzlich das Bild, daß eine wirksame Lösung auch durch ein „gestalttherapeutisches" Rollenspiel mit Lösungs-Dialog möglich sein könnte. In der Form, daß der Klient selbst in die Rolle des Elternteils schlüpft, in dieser Rolle die Sätze, die er selbst zuvor als Klient gesagt hat, vernimmt, und spürt, welche Antwort aus der Rolle des Elternteils stimmig wäre.
Ich werde das selbst ausprobieren, und die unter Euch, die mit Gestalttherapie Erfahrung haben, könnten es auch versuchen.

Um Rückmeldungen, besonders - aber nicht nur! - auch kritische dazu, und zum Konzept der kollektivern Symbiose allgemein bin ich sehr dankbar. Entweder per e-mail oder direkt über die homepage, Forum Initiatisches Familienstellen (Paßwort Odysseus)!

Termine

Kollegialer Austausch
Jeder 2. Dienstag im Monat, der nächste am 11.9.07.

Grundausbildung Initiatisches Familienstellen
Sechs Blöcke, Beginn am 27.-29.9.07, es gibt noch wenige freie Plätze.

Verkürzte Grundausbildung für bereits ausgebildete Familienaufsteller
Drei Blöcke à drei Tage, Beginn 7.-9.11.07, ebenfalls noch freie Plätze.

Supervisionsblöcke
Jeweils drei Tage je Donnerstag (!) bis Samstag, 10.-12.10.07, 7.-9.05.08, 17.-19.09.08.


Ich wünsche Euch allen einen schönen Herbst und viele gute Erfahrungen!

Robert Langlotz



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